Die Wirbelsäule

Anatomie der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht aus 25 Knochen, genannt Wirbel, die in vier Abschnitte unterteilt sind: Halswirbelsäule (7 Wirbel), Brustwirbelsäule (12 Wirbel), Lendenwirbelsäule (5 Wirbel) und Kreuzbein.
Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben, welche die Wirbel miteinander verbinden wie die Glieder einer Kette. An den Dorn- und Querfortsätzen setzen Bänder und Muskeln an, welche die Wirbelsäule stabilisieren. Wirbelkörper und Wirbelbogen bilden gemeinsam das Wirbelloch und diese alle gemeinsam den Wirbelkanal. Dieser wird von oben nach unten enger, weil auch das darin verlaufende Rückenmark immer schmaler wird. Dieses wird durch den Wirbelkanal von allen Seiten gut geschützt.
Zusammen mit dem Gehirn bildet das Rückenmark das zentrale Nervensystem (ZNS). Das Rückenmark dient der Kommunikation zwischen Gehirn und den inneren Organen, den Muskeln und der Haut. Spinalnerven und Rückenmark sind verantwortlich für alle Bewegungen wie Gehen, Heben, Sitzen, Laufen oder Springen.    
 

Wichtige Ursachen von Rückenschmerzen

Als Rückenschmerzen werden alle mehr oder minder starken Schmerzen im Bereich des Rückens bezeichnet, völlig unabhängig von deren Ursache. Fachsprachlich wird von einer Dorsalgie gesprochen und meist der Kreuzschmerz (Lumbalgie Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule) als nähere Ortsbezeichnung abgegrenzt. Schmerzen im unteren Rücken sind eine der häufigsten Ursachen für Patienten, einen Arzt zu konsultieren. In den meisten Fällen entstehen Kreuzschmerzen aus einer Muskelzerrung. In diesen Fällen fühlen die Patienten einen scharfen, ziehenden Schmerz, der über den unteren Rücken verläuft, ebenso wie Engegefühl und Krämpfe. Glücklicherweise erfahren die meisten Patienten mit einer Muskelzerrung eine Verbesserung durch Kühlung, entzündungshemmende Medikamente und nach physikalischer Therapie.
 
Manchmal sind Rückenschmerzen jedoch ein Zeichen für eine ernsthaftere Erkrankung:
  • Bandscheibenvorfall: Eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal – den Raum, in dem das Rückenmark verläuft – vortreten. Die Ursache ist oft eine Überlastung der Bandscheiben. Ein Bandscheibenvorfall kann aber auch ohne äußeren Anlass auftreten. Symptome des Bandscheibenvorfalls sind starke, häufig in die Extremitäten ausstrahlende Schmerzen, oft mit einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel.
  • Lumbale Bandscheibendegeneration: Die Bandscheibendegeneration ist eine mögliche Ursache für Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dabei kommt es häufig zu Abnutzungserscheinungen der Bandscheiben zwischen den Knochen in der unteren Wirbelsäule. Dies kann zu starken Schmerzen im unteren Rücken und Gesäß führen.
  • Arthritis: Bei der Arthritis sind ein Gelenk oder Teile eines Gelenks entzündet, das heißt: Es erfolgt eine Reaktion des Körpergewebes auf bestimmte bakterielle, chemische, thermische oder mechanische Reize. Typische Reaktionen sind lokale Rötungen, Schwellungen, Überwärmung, Funktionsbehinderung und Schmerzen.
  • Spinalkanalstenose: Eine degenerative Wirbelsäulenerkrankung, welche durch die Verengung des Wirbelkanals verursacht wird. Diese Verengung drückt auf die Nerven, was zu Schmerzen oder anderen Symptomen wie Muskelschwäche oder Taubheitsgefühl führen kann.
  • Instabilität der Wirbelsäule: Im Rahmen der altersbedingten Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule nimmt die Elastizität der Bänder und Bandscheiben ab und es kommt zu Abnutzungserscheinungen an den Wirbelgelenken, was häufig eine Instabilität einzelner Abschnitte der Wirbelsäule zur Folge hat. Die Wirbelkörper beginnen sich gegeneinander zu verschieben.
  • Spondylolisthese: Wenn es zu einer Unterbrechung zwischen Wirbelkörper und Wirbelgelenk kommt und diese nicht mehr fest miteinander verbunden sind, ist das sog. Wirbelgleiten (Spondylolisthese) die Folge. Es kann im Degenerationsprozess aber auch zu einer Gesamtverschiebung des Wirbels kommen, was wiederum zu Bein- und Rückenschmerzen führen kann.

 

 
 
Haftungsausschluss: Dieser Inhalt ist nur für Bildungszwecke und ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt.